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Feldfrucht

Tabakpflanze 400 Jahre Tabakanbau in Deutschland - Eine Zeitreise

Die Tabakpflanze gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) zu der auch Tomaten und Kartoffeln gehören. Ursprünglich stammt Nicotiana tabacum oder Tobago aus dem Westen Südamerikas. Doch lange bevor die Europäer den Kontinent für sich entdeckten und die Pflanze mit im Abendland nahmen, wurde Sie von der Hochkultur der Maya kultiviert. Der Rauch der getrockneten Blätter war wichtiger Bestandteil ihrer religiösen Zeremonien. Heute stammt der Großteil der Weltproduktion aus China und Indien und wird zu Zigaretten verarbeitet.

   

Die Heimat des Tabak

Sein Ursprung soll die Tabakpflanze auf der Hochebene am Titicacasee in Peru haben. Schnell entdeckten die dortigen Menschen den Nutzen der Pflanze für sich. Die getrockneten und gerollten Blätter ließen sich entzünden und der Rauch einatmen. Ein stimulierender Effekte stellte sich ein, gefolgt von einer gesteigerten Leistungsfähigkeit. Zudem verbesserte sich im gleichen Zug die Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistung. Schnell wurde das Tabakrauchen als Teil der eigenen Kultur integriert. Mit zunehmender Beliebtheit erreichte der Tabak auch die Hochkultur der Maya. Diese bauten Tabak bereits vor über 3.000 Jahren in Mittelamerika an. So fanden Archäologen Reste von Tabak in Mexikos Provinzen Chiapas, Campeche und Yucatán. In der Folge wurde der von den Maya genannte Tabak „Quáuhyetl“ vielfach zu spirituellen Anlässen konsumiert. Später erreichte er die Indianerstämme auf Kuba (Aravaca) und Nordamerika.

Tabakanbau in Deutschland

Nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 gelangten die ersten Tabakpflanzen nach Europa. In Deutschland wurden die ersten Pflanzen rein für medizinische Anwendungen angepflanzt. Im Garten des Bistums Speyer soll Pfarrer Anselmann ab 1573 das erste Mal in Deutschland Tabak angebaut haben. Zunächst wurde die Pflanze als Heilmittel gegen verschiedene Leiden eingesetzt. Hierzu nahm man die Blätter durch Schnupfen, Rauchen und Kauen zu sich. Ab 1598 ordnete Pfalzgraf Friedrich IV. den Anbau in seinem Land an. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurden große Mengen Tabak von den Heeren der Protestanten und Katholiken konsumiert. Hierdurch verbreitete sich das Rauchen von Tabak im ganzen Land aus. Somit hat der Anbau von Tabak in Deutschland Tradition. Bereits seit über 400 Jahren kultiviert man hierzulande Tabak und verarbeitet ihn zu Schnupftabak, Zigaretten, Zigarren und Pfeifentabak.

   

Anbau der Tabakpflanze bis heute

Erst ab dem 19. Jahrhundert entwickelte sich der Tabakanbau zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig in Deutschland. Über 20.000 Landwirte bauten in Spitzenzeiten auf 30.000 ha Tabak an. In Brandenburg und Pommern entstanden insbesondere durch das Anwerben von Hugenotten und Pfälzern große Plantagen. Der meiste Tabak wurde jedoch in Baden-Württemberg hergestellt. Weit verbreitet war auch der Anbau für den eigenen Bedarf. Im Jahr 1960 wurde erstmals ein Krankheitserreger bei Tabakpflanzen festgestellt. Der Falsche Mehltau beschleunigte die Reduzierung der Anbaufläche in Deutschland weiter. Heute wird auf nur noch 2.000 Hektar Tabak hergestellt. Hierbei handelt es sich vornehmlich Virginischen Tabak, der luftgetrocknet wird. Die größten Anbauflächen liegen heute mit 39 % im Bundesland Baden-Württemberg. Dicht gefolgt von Rheinland-Pfalz, Bayern, Brandenburg und Thüringen.

Tabak Plantage
Tabak Plantage

In welchen Bundesländern in Deutschland wird heute Tabak angebaut?

  • Baden-Württemberg
  • Rheinland-Pfalz
  • Bayern
  • Brandenburg
  • Thüringen

Bekannte Tabakpflanzen sind:

  • Virginia-Tabak – Aus dem US-Bundesstaat Virginia. Liebt es sonnig.
  • Orient-Tabak – Kleinwüchsig, gedeiht auch auf kargen Böden
  • Burley-Tabak – Eher kräftiger Tabak

Tabak Anbau

Alles beginnt mit den Samen der Tabakpflanze. Diese sind so klein, dass 12.000 Stück von ihnen gerade einmal 1 Gramm wiegen. Mit Wasser vermengt werden Sie in ein Saatbeet gegossen. Nach spätestens sechs Wochen werden die 18 Zentimeter hohen Setzlinge entnommen und auf dem Feld in Reihe gepflanzt (im Monat Mai). Hierbei wird ein Abstand zwischen den Setzlingen von einem bis zu eineinhalb Metern eingehalten. Tabak-Anbau ist recht arbeitsintensiv. Immer wieder muss der Boden gelockert werden, damit genug Sauerstoff an die Wurzeln gelangt. Nach weiteren sechs Wochen hat die Nutzpflanze bereits eine Höhe von 30 Zentimeter erreicht. Im Ausgewachsenen Stadium erreicht sie jedoch eine Höhe von 1-3 Meter. Wenige Wochen später bilden sich die ersten rosafarbenen Blütenstände (Rispen). Die bis zu 50 Zentimeter langen Blätter der klebrigen Pflanze werden von dicken Stängeln gehalten.

Ernte und Verarbeitung zu Zigaretten und Co.

Tabakblatt
Tabakblatt

Im Hochsommer, wenn die Blätter sich verfärben, ist die Erntezeit für den Tabak (ca. 70-130 Tage nach der Feldaussaat). Den Richtigen Zeitpunkt erkennen Experten sowohl an der Zellstruktur als auch an der Verfärbung. Beim Virginia- und Orient-Tabak werden dann immer wieder die unteren Blätter geerntet. Beim Burley-Tabak geschieht dies hingegen nur in einem einzigen Schritt. Nach der Ernte der Blätter verweilen diese trocken im Lager. Dieser Trocknungsprozess kann mehrere Wochen dauern. Eiweiße bauen sich ab und Aromen bilden sich, bei denen der Tabak seinen Charakter erhält. Die oberen Blätter enthalten mehr Nikotin als die unteren Blätter der Pflanze.

So trocknet man Tabak:

  • Sund curing – Von der Sonne getrocknet
  • Flue curing – Röhren Trocknung
  • Bulk curing – Geschlossenes Heizungs- und Belüftungssystem
  • Air curing – Trocknung in Scheunen

Im Anschluss werden die Blätter weiter zu Zigaretten, Pfeifentabak, Schnupftabak, Kautabak, Zigarillos oder Zigarren weiterverarbeitet.


Blühendes Tabakfeld
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Produkte aus Tabak:

  • Zigaretten – Die Zigarette stellt man aus einer Mischung verschiedener Tabaksorten (Blend) her. Die fein geschnittenen Blätter erhalten im Anschluss eine Hülle aus Papier sowie einen Filter.
  • Zigarren – Die Zigarre ist ein edles Raucherzeugnis. Ein dekoratives Tabakblatt wird um eine Filler oder Einlageblatt gewickelt. Gute Zigarren lässt man länger zum Reifen in Fässern lagern. In Kuba, dem Land der Zigarren, stellen Mitarbeiter diese noch von Hand her. Die besten Zigarren stammen aus dem Vuelta Abajo im Westen von Kuba.
  • Zigarillos – Zigarillos ist so zu sagen, die kleine Schwestern der Zigarre.
  • Pfeifentabak – Rauchtabak, dem man mit Weichmacher (Gycerin/Glykole) und Zucker versetzt und in Dosen verpackt. Man entnimmt eine kleine Menge und stopft diese in eine Pfeife. Nach dem Anzünden zieht man am hinteren Ende der Pfeife. Häufig hat Pfeifentabak ein angenehmes Vanille-Aroma.
  • Schnupftabak – Seit den 17. Jahrhundert konsumieren Menschen diesen Tabak. Dabei schnieft den Tabak in die Nase. Inhaltsstoffe wie das Nikotin gelangen so über die Nasenschleimhäute in den Körper.
  • Kautabak – Tabak zum Kauen. Beliebt in den USA, Skandinavien, Bayern und Österreich. Über die Schleimhäute nimmt der Konsument das Nikotin auf.
Zigarre Romeo y Julieta aus Kuba
Zigarre Romeo y Julieta aus Kuba

Hinweis:

Der Konsum von Tabakprodukten kann Krebs verursachen. In Deutschland ist Rauchen daher an öffentlichen Plätzen und Verkehrsmitteln nicht gestattet.

Quellen:

  • http://www.xn--hatzenbhl-w9a.de/tabakrundweg/
  • https://www.reemtsma.com/das-unternehmen/produkte/wie-eine-zigarette-entsteht-vom-anbau-des-tabaks-bis-zum-verkauf/
  • https://www.lungenliga.ch/fileadmin/user_upload/KLL/stgallen/Dienstleistungen/Praevention/Schulen/Unterrichtsmaterialien/Tabakanbau_Tabakprodukte_und_die_Strategein_der_Tabakindustrie.pdf
  • https://rauchfrei-info.de/informieren/tabak-tabakprodukte/geschichte-anbau/
  • https://www.europeana.eu/de/exhibitions/magical-mystical-and-medicinal/tobacco
  • https://www.drugcom.de/haeufig-gestellte-fragen/fragen-zu-nikotin-und-tabak/wie-wirkt-nikotin/#:~:text=Das%20Herz%20schl%C3%A4gt%20schneller%2C%20der,verbesserte%20Aufmerksamkeits%2D%20und%20Ged%C3%A4chtnisleistung%20bemerkbar.
  • https://reiseschreibe.de/kuba_valle-de-vinales/

Christoph Janß

Hallo, ich bin Chris, Tourismus Blogger und Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg. Ich habe ein Faible für Geschichte, Architektur sowie Naturaufnahmen. Als Freelancer und Marketer helfe ich Kunden bei ihrem Marketing.

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