Kastanie
Ob glänzende Kastanien auf dem Herbstweg oder der Duft gerösteter Maronen: Kastanien gehören für viele Menschen zum Herbst. Doch hinter dem vertrauten Namen stecken unterschiedliche Bäume. Die Rosskastanie und die Esskastanie sehen sich vor allem bei ihren braunen Früchten ähnlich – ihre Blätter, Blüten und stacheligen Hüllen unterscheiden sich deutlich.
Hier auf Blätterbilder.de findest du Bilder und Wissenswertes rund um Kastanien. Entdecke, woran du die Bäume erkennst, welche Kastanien essbar sind und was ihre Blätter über sie verraten.
Rosskastanie und Esskastanie: Was ist der Unterschied?
Die Gewöhnliche Rosskastanie (*Aesculus hippocastanum*) gehört zu den Seifenbaumgewächsen. Die Esskastanie oder Edelkastanie (*Castanea sativa*) zählt dagegen zu den Buchengewächsen und ist damit näher mit Buchen und Eichen verwandt. Trotz ihres ähnlichen Namens sind die beiden Baumarten keine nahen Verwandten.
Die Rosskastanie: große Blätter und auffällige Blütenkerzen

Die Rosskastanie begegnet dir häufig in Parks, Alleen und Biergärten. Ihre breite Krone spendet Schatten, während im Frühjahr aufrechte weiße Blütenstände zwischen den großen Blättern erscheinen. Diese sogenannten Blütenkerzen machen den Baum schon aus einiger Entfernung erkennbar.
Im Herbst öffnen sich die grünen, stacheligen Fruchtkapseln und geben glänzend braune Samen frei. Das sind die Kastanien, die gerne zum Basteln gesammelt werden. Rosskastanien sind für Menschen nicht essbar und können beim Verzehr Vergiftungen verursachen.
Die Esskastanie: der Baum mit den essbaren Früchten
Die Esskastanie ist vor allem für ihre Früchte bekannt, die gekocht oder geröstet gegessen werden. Ihre länglichen Blätter besitzen einen deutlich gezähnten Rand. Damit lassen sie sich gut von den handförmig zusammengesetzten Blättern der Rosskastanie unterscheiden.
Auch die Fruchthülle fällt auf: Esskastanien sitzen in einem dicht mit feinen, langen Stacheln besetzten Fruchtbecher. Häufig befinden sich mehrere Früchte darin. Die Esskastanie wird nicht nur wegen ihrer Früchte geschätzt, sondern auch wegen ihres dauerhaften Holzes.
Kastanienblätter erkennen und bestimmen
Wenn du einen Kastanienbaum bestimmen möchtest, lohnt sich zuerst ein Blick auf die Blätter. Bei der Rosskastanie besteht ein Blatt meist aus fünf bis sieben einzelnen Blättchen, die wie Finger von einem gemeinsamen Punkt ausgehen. Das mittlere Blättchen ist meist besonders groß.
Die Esskastanie trägt dagegen einfache, längliche Blätter. Jedes Blatt besitzt eine durchgehende Blattfläche mit auffälligen Zähnen am Rand. Handförmig zusammengesetzt oder länglich und einzeln – dieser Unterschied hilft dir schon vor der Fruchtreife bei der Bestimmung.
Kastanien im Jahreslauf entdecken
An der Rosskastanie lässt sich der Wechsel der Jahreszeiten besonders gut beobachten: Im Winter fallen ihre großen, klebrigen Knospen auf. Im Frühjahr entfalten sich die Blätter, anschließend folgen die Blütenkerzen. Im Sommer bildet das dichte Laub ein schattiges Dach, bevor im Herbst die Kastanien zu Boden fallen und sich die Blätter gelb bis braun färben.
Die Esskastanie setzt mit ihren langen, hellen Blütenständen einen anderen Akzent. Im Herbst öffnen sich ihre stacheligen Fruchtbecher und geben die reifen Esskastanien frei. Für Naturbeobachtungen und Fotos bieten beide Baumarten damit weit mehr als nur ein schönes Herbstmotiv.
Warum bekommen Rosskastanien schon im Sommer braune Blätter?
Wenn Rosskastanien bereits im Sommer braune Flecken zeigen, kann die Rosskastanien-Miniermotte dahinterstecken. Ihre Larven fressen im Inneren der Blätter und hinterlassen sogenannte Minen. Bei starkem Befall werden große Teile des Laubs braun und fallen vorzeitig ab.
Allerdings verursacht auch die pilzliche Blattbräune ähnliche Verfärbungen. Braune Blätter allein reichen deshalb nicht aus, um die Ursache sicher zu bestimmen. Mehr über den Schädling erfährst du im Rosskastanien-Beitrag dieser Kategorie.
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